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Neuregelung der Beaufsichtigung von Wertpapierfirmen
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Datum: 12.10.2018 | Kategorie: Meldewesen

Neuregelung der Beaufsichtigung von Wertpapierfirmen

Das Europäische Parlament hat den Vorschlag für eine
Richtlinie und eine Verordnung über die Beaufsichtigung von Wertpapierfirmen und zur Änderung der Richtlinien 2013/36/EU, 2014/59/EU und 2014/65/EU am 27.09. 2018 veröffentlicht.

Das Europäische Parlament folgt in weiten Teilen dem Vorschlag der Kommission vom 20.12.2017.

So werden zukünftig die Wertpapierfirmen in drei Klassen eingeteilt:
Klasse 1 umfasst alle systemrelevanten Wertpapierfirmen.
Klasse 2 umfasst nicht-systemrelevante Wertpapierfirmen, die nicht in Klasse 3 fallen.
Klasse 3 umfasst (nicht-systemrelevante) „kleine und nicht-verflochtene Wertpapierfirmen“.

Wertpapierfirmen der Klasse 1 benötigen zukünftig eine Zulassung als Kreditinstitut.
Wertpapierfirmen, die bei Inkrafttreten der Richtlinie bereits als solche zugelassen sind, müssen innerhalb von einem Jahr nach Inkrafttreten die Zulassung als Kreditinstitut beantragen.

Während für Wertpapierfirmen der Klasse 1 die Kapital- und Liquiditätsanforderungen von Kreditinstituten nach der Capital Requirements Regulation (CRR), gelten sollen, wird für Wertpapierfirmen der Klassen 2 und 3 ein neues Regelwerk zur Bestimmung der Kapitalanforderungen geschaffen, das losgelöst ist von den Regelungen für Kreditinstitute. Sonderregeln sollen dabei für Wertpapierfirmen, die Teil einer Kreditinstitutsgruppe mit Sitz im selben Mitgliedstaat sind und einer konsolidierten Aufsicht für Kreditinstitute unterliegen, gelten.

Wertpapierfirmen der Klassen 2 und 3 sollen wie bisher über ein Mindestanfangskapital abhängig von Ihren Geschäftsmodellen verfügen, wobei dieses auf 75.000 EUR und 750.000 EUR (geringfügig) erhöht wird.

Die Eigenkapitalanforderungen für Wertpapierfirmen der Klasse 2 werden als das Maximum aus den folgenden Werten bestimmt:
- ein Viertel der fixen Gemeinkosten des Vorjahres („Anforderung für fixe Gemeinkosten“)
- das zur Zulassung notwendige Mindestanfangskapital („permanente Mindestanforderung“), oder- der sich aus einer neuen Risikofaktorenbrechnung („K-Faktor-Berechnung“) ergebende Wert, der Kunden-(„Risk-to-Client“, RtC), Markt- („Risk-to-Market“, RtM) und Firmenrisiken („Risk-to-Firm“, RtF) berücksichtigt, mit denen das Eigenkapital in Abhängigkeit von den Risiken in bestimmten Geschäftsbereichen von Wertpapierfirmen festgesetzt wird. Die Berechnungslogik ändert sich somit für diese Institute grundlegend.

Für Wertpapierfirmen der Klasse 3 gelten die gleichen Anforderungen mit Ausnahme der „K-Faktor Berechnung“.

Sowohl die Verordnung, als auch die Richtlinie werden nach der 1. Lesung aktuell beim beim europäischen Rat beraten und anschliesend als gemeinsamer Standpunkt zur 2. Lesung an die Europäische Kommision zurückgegeben.

Die Verordnung soll 18 Monate nach Ihrer Veröffentlichung , die Richtlinie 20 Tage nach Ihrer Veröffentlichung Inkrafttreten.

Bei Umsetzungsfragen zu den regulatorischen Anforderungen für Wertpapierfirmen und Kreditinstitute stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Quellen / Verweise:
Vorschlag Verordnung
Vorschlag Richtlinie

 

Ihr Ansprechpartner

Andreas Janzen

Tel. +49 171 4409177