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IFRS IC veröffentlicht vorläufige Agenda-Entscheidung hinsichtlich der Bilanzerung von Kryptowährungen
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Datum: 03.05.2019 | Kategorie: Sonstige

IFRS IC veröffentlicht vorläufige Agenda-Entscheidung hinsichtlich der Bilanzerung von Kryptowährungen

Der IFRS Interpretationsausschuss  (IFRS Interpretations Committee) hat seine  vorläufige Agendaentscheidung hinsichtlich der bilanziellen Abbildung von Kryptowährungen veröffentlicht und eine Kommentierung bis zum 15. Mai 2019 eingeräumt.

Dabei lag der Fokus vor allem darauf zu welcher Art von Vermögengegenständen eine Zuordnung erfolgen könnte. In Betracht kommen dabei grundsätzlich immaterielle Vermögenswerte (IAS 38), Zahlungsmittel (IAS 32), Finanzinstrumente (IASS 32/IFRS 9) sowie Vorräte (IAS 2).  

Kennzeichnend  für Kryptowährungen sind dem Komitee nach u.a. die digitale bzw. virtuelle Eigenschaft, die kryptographische Verschlüsselung, das Fehlern einer übergeordneten Jurisdiktion sowie der Umstand, dass das Halten einer Kryptowährung keinen Vertrag zwischen dem Besitzer und einer Gegenpartei  entstehen lässt.

Diesen Eigenschaften zugrundeliegend scheidet damit sowohl eine Bilanzerung als Zahlungsmittel als auch eine Bilanzerung als Finanzinstrument aus.

Nach IAS 2.6 handelt es sich um Vorräte bzw. Waren wenn ein Vermögenswert u.a. zum Verkauf im normalen Geschäftsgang gehalten wird. In Abhängigkeit der Geschäftstätigkeit des Bilanzierenden kommt daher eine Bilanzierung nach IAS 2 in Betracht.

Sollte diese Ausnahme nicht greifen erfüllen Kryptowährungen grundsätzlich die Definition eines immateriellen Vermögenswertes. Nach IAS 38.8 handelt es sich bei einem immateriellen Vermögenswert um einen identifizierbaren, nicht-monetären Vermögenswert ohne physische Substanz. Da auch die Ausnahmeregelung des IAS 38 nicht greift, nachdem es sich u.a. bei monetären Vermögenswerten oder Finanzinstrumenten nie um immaterielle Vermögenswerte handeln kann, hat eine Bilanzerung grundsätzlich im Einklang mit den Regelungen des IAS 38 zu erfolgen.

Weiterhin wären Anhangsangaben nach IAS 2, IAS 38, IFRS 13 sowie unter Umständen nach IAS 10 zu berücksichtigen.

Da das Komitee die Auffassung vertrtitt, dass die Regelungen der IFRS damit hinreichend klar sind fiel die vorläufige Agenda-Entscheidung, den speziellen Sachverhalt Kryptowährungen nicht weiter zu diskutieren.

Sollte es bei dieser Entscheidung bleiben, wäre die Einordung und die Folgebewertung insbesondere für Banken und Finanzdienstleister mit diversen aufsichtsrechtlichen Implikationen verbunden. So wäre bei einer Klassifizierung als immaterieller Vermögenswert der Bestand an virtuellen Währungseinheiten vom regulatorischen harten Kernkapital (CET 1) abzuziehen. Bei einer Charakterisierung als Ware wären die Eigenmittelanforderungen für Warenpositionsrisiken (ggf. zusätzlich) zu berücksichtigen.

 

Quellen / Verweise:
TAD - Holdings of Cryptocurrencies


Ihr Ansprechpartner:

Cihan Demirel

E-Mail: cihan.demirel (at) gar-wpg.de