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BCBS - Entwurf aufsichtsrechtlicher Rahmenbedingungen für Krypto-Assets
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Datum: 10.01.2020 | Kategorie: Compliance

BCBS - Entwurf aufsichtsrechtlicher Rahmenbedingungen für Krypto-Assets

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat im Dezember 2019 ein Diskussionspapier zur Entwicklung einer aufsichtsrechtlichen Behandlung von Krypto-Assets herausgegeben. Grund hierfür ist, dass der Ausschuss das rasante Wachstum von Krypto-Assets als potentielles Risiko für die Finanzstabilität und Banken identifiziert hat. Dies liegt insbesondere daran, dass es keine Standardisierung und eine ständige Weiterentwicklung von Krypto-Assets gibt. Dadurch weisen bestimmte Krypto-Assets eine hohe Volatilität auf und stellen Risiken für Banken dar (z. B. Kreditrisiko, Marktrisiko, operationelle Risiken, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierungsrisiko sowie Rechts- und Reputationsrisiken). Darüber hinaus handelt es sich bei Krypto-Assets nicht um gesetzliche Zahlungsmittel und diese werden von keiner Regierung oder Behörde unterstützt.

Sollten Banken, die dazu berechtigt sind, beschließen, Krypto-Assets zu erwerben und/oder damit verbundene Dienstleistungen zu erbringen, ist der Ausschuss der Ansicht, dass die Banken eine „konservative aufsichtsrechtliche Behandlung“ solcher Engagements, insbesondere für Krypto-Assets mit hohem Risiko, anwenden sollten.

Der Ausschuss skizziert eine Reihe von Mindestanforderungen, die an die Aufsicht für diese Banken angewendet werden sollen. So wird u. a. von den Banken erwartet, dass sie einen strengen Prozess zur Beurteilung des Risikoprofils aller ihrer Krypto-Asset-Positionen festlegen sowie über die erforderliche und notwendige technische Expertise verfügen, um das Risiko, das sich aus solchen Positionen ergibt, zu bewerten.

Darüber hinaus haben Banken für die Engagements in risikoreichen Krypto-Assets entsprechende Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen zu erfüllen. Die direkten Bestände an Krypto-Assets werden dem Anlagebuch, und die indirekten Positionen dem Handelsbuch zugeordnet. Dabei würden die direkten Bestände vollständig vom harten Kernkapital abgezogen werden. Die im Handelsbuch gehaltenen Krypto-Asset-Positionen würden z. B. einem vollständigen Abzugsverfahren des Marktrisikos und des CVA-Risikos unterliegen.

Der Ausschuss fordert die verschiedenen Interessensgruppen der Branche (Banken, Ministerien, Krypto-Marktteilnehmer, Akademiker, …) auf, bis zum 13. März 2020 Stellungnahmen einzureichen. Dabei soll insbesondere auf die folgenden Themen eingegangen werden: das Ausmaß, in dem die verschiedenen Arten von Krypto-Asset einer anderen aufsichtsrechtlichen Behandlung unterliegen sollten als das im Papier dargestellte Beispiel; das Ausmaß, in dem die Behandlung für einige oder alle dieser Krypto-Assets auf den bestehenden Regelungen aufbauen könnte und die spezifischen Bedingungen und Kriterien, die erfüllt sein müssten, damit diese Krypto-Assets einer anderen aufsichtsrechtlichen Behandlung unterliegen.

Gerne unterstützen wir Sie bei einer Analyse der Auswirkungen auf Ihr Unternehmen.


Quellen / Verweise:
Designing a prudential treatment for crypto-assets (Link 1 / Link 2)

 

Ihr Ansprechpartner:

Jennifer Petronio

Tel. +49 89 41141010-4
jennifer.petronio@gar-wpg.com