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BaFin veröffentlicht dritte Verordnung zur Änderung der FinaRisikoV
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Datum: 27.08.2020 | Kategorie: Sonstige

BaFin veröffentlicht dritte Verordnung zur Änderung der FinaRisikoV

Am 12. August 2020 hat die BaFin die dritte Verordnung zur Änderung der Finanz- und Risikotragfähigkeitsverordnung veröffentlicht.

Ziel und Notwendigkeit der Erweiterung ist die nationale Implementierung der Leitlinien der Europäischen Bankaufsichtsbehörde EBA/GL/2016/10„Leitlinien zu für SREP erhobene ICAAP- und ILAAP- Informationen“ und EBA/GL/2018/02 „Leitlinien zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos bei Geschäften des Anlagebuchs“.

Mit der Erweiterung sind die Informationen geregelt, die für die Abbildung der regulatorisch vorgesehenen Zinsschockszenarien auf Einzel- und Gruppenebene für Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch sowie die Abbildung der mehrjährigen Kapitalplanung in der normativen Perspektive (KPL: Kapitalplanung) und der institutsinternen Liquiditätsberechnungen (ILAAP: Internal Liquidity Adequacy Assessment Process) im Rahmen der Risikotragfähigkeit (RTF) benötigt werden. Diese Informationen waren bisher nicht über ein einheitliches Meldewesen gegeben, sondern wurden durch die Aufsicht im Rahmen des SREP institutsindividuell angefragt.

Zur Berücksichtigung der neuen RTF-Informationen wurde die FinaRisikoV durch die beiden neuen Meldevordrucke, Anlagen 25 und 26, erweitert. Die neue Anlage 25 KPL gibt nun die Möglichkeit neben der Steuerung in einer ökonomischen Perspektive die Risikotragfähigkeit in einer normativen Perspektive zu betrachten, die wiederum eine mehrjährige Kapitalplanung voraussetzt. Mithilfe der Anlage 26 ILAAP wird neben der Steuerung der ökonomischen Kapitalgrößen die Liquiditätssteuerung beachtet.

Die Ergebnisse der in den Leitlinien EBA/GL/2018/02 geforderte Berechnung der neuen Zinsschockszenarien waren in den bisherigen Meldebögen zu den Finanzinformationen bislang nicht vorgesehen. Zur Berücksichtigung dieser Angaben wurden in den Meldebögen Anlage 3 SAKI und Anlage 13 QSA je zwölf neue Meldefelder implementiert. Über die neuen Meldefelder müssen die Institute für jedes der vorgeschriebenen sechs Zinsszenarien die Barwertänderung und den Zinsrisikokoeffizienten erfassen.

Außerdem wurden die Fristen zur Meldung von Finanzinformationen nach FinaRisikoV vereinheitlicht, einzelne nicht mehr für die Beaufsichtigung benötigten Meldefelder gelöscht sowie diverse Klarstellungen für die Erstellung der Meldungen aufgenommen.

Die Meldung erfolgt für alle Institute nur noch jährlich, es sei denn die Aufsicht fordert vom einzelnen Institut eine erhöhte Meldefrequenz.

 

Quellen / Verweise:

Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 38

 

Ihr Ansprechpartner

Leonardo Rizzo

Director

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