IDW BFA ergänzt Fragen & Antworten zur Auswirkung der Corona-Pandemie

Der BFA hat unter Nr. 3 „Bilanzielle Abbildung von Corona-Krise bedingten Moratorien (neu)“ die Fragen & Antworten um die Behandlung wegen der Corona-Krise bedingter Moratorien ergänzt. Erläutert werden die bilanzielle Behandlung unter HGB und IFRS sowie die Zinsvereinnahmung.

 

corona-bfa-faq

IASB Vorschlag zur Änderung IFRS 16 wegen Corona bedingten Mietzugeständnissen

Weitere Informationen in unserem Newsartikel

Podcast des IDW zu den Auswirkungen der Coronakrise auf die Rechnungslegung

Link: https://player.vimeo.com/video/408830141

Fachliche Hinweise des IDW Bankenfachausschusses zur Bilanzierung von Förderkrediten der KfW

Der BFA hat am  16.04.2020 einen fachlichen Hinweis ( IDW BFA Förderkredite ) zur Bilanzierung von Förderkrediten der KfW verabschiedet. Dieser ist Teil einer geplanten FAQ Liste bezüglich der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Kreditinstitute.

Teil 3 des IDW Hinweises zu Auswirkungen des Coronavirus auf die Rechnungslegung

Das IDW hat Teil 3 der Fachlichen Hinweise „Zweifelsfragen zu den Auswirkungen der Ausbreitung des Coronavirus auf die Rechnungslegung und deren Prüfung“ – ( IDW FH Corona Teil 3 ) nun im Format eines Fragen- und Antworten-Papiers veröffentlicht. Inhalte sind unter anderem die Nachtragsberichterstattung im Lagebericht.

Steuerliche Maßnahmen

Für Steuerpflichtige, die von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sind, wurden diverse steuerliche Erleichterungen verabschiedet. Dies betrifft hauptsächlich die Stundung von Steuerschulden, die Steuervorauszahlungen wurden angepasst und die Vollstreckungsmaßnahmen können aufgeschoben werden. Anträge auf die steuerlichen Erleichterungen können bis zum 31.12.2020 beim jeweiligen Finanzamt gestellt werden. 

Der fachliche Hinweis ( IDW STFA Corona )des Steuerfachausschusses des IDW informiert über die steuerlichen Maßnahmen in Bezug auf die Entwicklungen des Coronavirus.

Auswirkung des Coronavirus auf Wertminderungen gemäß IFRS 9

Der IDW Bankenfachausschuss hat einen fachlichen Hinweis (IDW  BFA IFRS 9) veröffentlicht, der die Auswirkungen des Coronavirus auf die Bildung von Wertberichtigungen bei Finanzinstrumenten nach IFRS 9 im Quartalsabschluss von Banken zum 31.03.2020 behandelt.

 

Der Hinweis nimmt Bezug auf entsprechende Äußerung der ESMA vom 25.03.2020 (siehe unten), die vom IDW bekräftigt werden.

 

Insbesondere wird davon ausgegangen, dass die Regelprozesse die Risikosituation nicht angemessen darstellen und daher Management-Adjustments erforderlich sind und dass durch entsprechende Anhangangaben zur Auswirkung der Corona-Krise informiert werden muss.

 

Weiterhin enthält der Hinweis eine Erklärung des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu den von der Bundesregierung, dem Bundestag und dem Bundesrat verabschiedeten Stützungsmaßnahmen für Unternehmen der Realwirtschaft.

 

Die BaFin und die deutsche Bundesbank haben erklärt, dass sie die Ansichten des IDW bzgl. des fachlichen Hinweises zu Wertminderungen von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 teilen. Weiterhin empfiehlt die BaFin, dass Institute für die Schätzung der erwarteten Kreditverluste und für die Beurteilung der Erforderlichkeit eines Stufentransfers innerhalb des Rahmens, den die IFRS bieten, ein größeres Gewicht auf langfristig stabile und auf Erfahrungen der Vergangenheit basierende Szenarioschätzungen legen.

 

Das IASB hat am 27. März 2020 ein Papier  (ifrs-9-ecl-and-coronavirus.pdf) veröffentlicht, welches die Bilanzierung von erwarteten Kreditverlusten von Finanzinstrumenten nach IFRS 9, unter der Berücksichtigung der Unsicherheiten, die durch das Coronavirus ausgelöst werden, erläutert.

 

Am 25. März 2020 hat die ESMA einen Hinweis über die Auswirkungen des Coronavirus auf die Berechnung der erwarteten Kreditverluste in Übereinstimmung mit IFRS 9 veröffentlicht (esma32-63-951_statement_on_ifrs_9_implications_of_covid-19_related_support_measures.pdf). Im Hinweis erläutert die ESMA ihre Auffassung, wie die Unterstützungsmaßnahmen, die Erhöhung des Kreditrisikos und der erwartete Kreditverlust in der Rechnungslegung gewürdigt werden.

 

Die EZB beschrieb in ihren FAQs vom 20. März 2020 (bankingsupervision.europa.eu/press/pr/date/2020/html/ssm.pr200320_FAQs) , dass sie von den Banken eine Umsetzung der Übergangsregelungen des IFRS 9, insbesondere bei Bedarf eine Anwendung eines kollektiven Top-Down-Ansatzes zur Schätzung der Kreditrisiken und eine Berücksichtigung der langfristigen makroökonomischen Prognosen bei der Schätzung der erwarteten Kreditverluste erwartet.

Abschlüsse nach dem 31. Dezember 2019

Weitere Auswirkungen sind insbesondere für den Zeitpunkt nach dem 31.12.2019 für nahezu alle
Bilanzposten und Abschlussbestandteile denkbar. Sollten Sie sich noch im Aufstellungszeitraum des vergangenen Abschlusses befinden, gilt es grundsätzlich bedeutende Ereignisse nach dem Abschlussstichtag zu berücksichtigen. Aufgrund der bedeutsamen Unsicherheit sind hier vor allem Anpassungen in der Lageberichterstattung bis hin zur kritischen Würdigung der Going-Concern Prämisse denkbar. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass Unterstützungsmaßnahmen, welche von der Bundesregierung angekündigt wurden, berücksichtigt werden können, auch wenn für die Umsetzung noch konkrete rechtliche Schritte ausstehen. Dies könnte insbesondere bei der Einschätzung potentieller Ausfälle seitens Kunden- oder Geschäftspartnerbeziehungen entlastend wirken. Die Berücksichtigung dieser Maßnahmen wäre im Lagebericht und Anhang zu erläutern.

 

Sollte Anpassungsbedarf im Prognosebericht identifiziert worden sein, empfehlen wir die Heranziehung der adversen Szenarien aus der Kapitalplanung als ersten Ansatzpunkt. Unabhängig von den Auswirkungen auf die Gesellschaft, sollten im Rahmen des Risikomanagements die Corona-Krise primär auf die für die Gesellschaft anwendbaren wirtschaftlichen Auswirkungen reduzieren. Sei es der Ausfall von Krediten, der Abzug von Kapital in den verwalteten Portfolien, die Zurverfügungstellung von zusätzlichen Sicherheiten oder der drohende Ausfall von Finanzinstrumenten. All diese Auswirkungen sind im Idealfall bereits in den unterschiedlichsten Szenarien berücksichtigt, jetzt gilt es diese in Einklang zu bringen und auf die externe Berichterstattung überzuleiten.

Aufstellungsfrist

Gemäß § 264 Abs. 1 Satz 3 und 4 HGB sind Jahresabschluss und Lagebericht einer Kapitalgesellschaft in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres aufzustellen. Für kleine Kapitalgesellschaften verlängert sich diese Frist auf sechs Monate. Auch wenn das HGB keine expliziten Sanktionen bei einem Verstoß gegen die Aufstellungsfrist vorsieht, so bleibt ein solcher in der Regel seitens der Aufsicht in den seltensten Fällen ungeahndet. Dieser Straftatbestand entfällt jedoch nach der herrschenden Auffassung aufgrund einer unverschuldeten faktischen Unmöglichkeit. Auch die BaFin hat in ihren Verlautbarungen ausgesagt, dass mögliche Fristverstöße nicht geahndet werden.

Erleichterungen für Prüfungen

Aufgrund der derzeitigen Corona Situation hat die BaFin bekanntgegeben, dass sie es derzeit nicht beanstandet, wenn Prüfer von Vor-Ort-Prüfungen absehen.

 

Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um eine Ausnahme nur für die Dauer der Pandemie-Bekämpfungsmaßnahmen handelt. Die grundsätzliche Verpflichtung, die gesetzlich vorgesehenen Prüfungen durchführen zu lassen, besteht weiter. Die Unternehmen sollen außerdem grundsätzlich dafür sorgen, dass die zur Prüfung erforderlichen Unterlagen den Prüfern „remote“ zur Verfügung gestellt werden.

 

Sollte eine vollumfängliche "remote"-Prüfung mangels ausreichenden Zugriffes nicht möglich sein, so ist die Prüfung der ausstehenden Unterlagen zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen. Mögliche Fristverstöße in diesen Fällen werden von der BaFin nicht verfolgt. Eine förmliche Unterbrechungsanzeige ist nicht erforderlich.

GAR Gesellschaft für Aufsichtsrecht und Revision mbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Stichlingstraße 1 | 60327 Frankfurt am Main | Telefon: +49 69 8700991-0 | kontakt@gar-wpg.com