Coronavirus: Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen

Die Bundesregierung hat am 12. Juni 2020 die Eckpunkte der „Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen“ beschlossen.

 

Das branchenübergreifende Zuschussprogramm hat eine Laufzeit  bis August 2020 und gewährt kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht rückzahlbare Zuschüsse zu den fixen Betriebskosten. Die Zuschüsse sind für Unternehmen erhältlich, die im April und Mai 2020 einen Umsatzrückgang von mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 nachweisen können. Die Erstattungshöhe der Fixkosten liegt zwischen 40 Prozent und 80 Prozent, je nach Umsatzrückgang und beträgt maximal EUR 150.000. Hinsichtlich der Umsatzausfälle und der betrieblichen Fixkosten ist eine Bestätigung durch Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater notwendig.

 

Weitere Informationen zu den Eckpunkten sind auf der Internetseite des BMWi abrufbar.

Risiken der Geschäftstätigkeit

Abseits von finanzwirtschaftlichen Kennzahlen gilt es mehr denn je die Fortführung ihrer Geschäftstätigkeit sicherzustellen. Eine Sicherung der Geschäftsprozesse kann durch die Aufteilung in Split Teams erfolgen. Wenn nicht ohnehin schon geschehen, sollte eine Gefährdungsanalyse potentielle Gefahren für die Fortführung ihrer Geschäftstätigkeit identifizieren. Damit in Verbindung könnte ggf. auch die Neuausrichtung von Vertriebskanälen oder eine Anpassung des Produktportfolios stehen.

 

IT-Sicherheit 

Besonderes Augenmerk sollte auf die IT-bezogen Sicherheit bestehen. In den meisten Fällen werden die Notfallpläne nicht den Umstand berücksichtigen, dass ein dauerhaftes Arbeiten außerhalb der Geschäftsräume essentiell ist. Auch wenn dies seitens der BaFin grundsätzlich möglich ist, so sind bei Abschlüssen außerhalb der Geschäftsräume und vor allem außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten die besonderen Dokumentationsanforderungen zu beachten. Da aufgrund der Pandemie nicht ausgeschlossen werden kann, dass vorübergehend ein Teil der Belegschaft ausfällt, könnten temporäre Firefighter-Accounts zur Aufrechterhaltung eines Berechtigungs- und Vertretungskonzeptes dienen.

Going-Concern

Um mögliche Going-Concern Fragen vorzubeugen, kann in Anlehnung an einen eventuell bereits bestehenden Sanierungsplan die Reorganisation von Verbindlichkeiten (z.B. durch einen Debt-Equity Swap) oder die Herstellung der Transparenz über die bestehende Liquiditätssituation in Betracht gezogen werden. In jedem Fall sollte auch die Zeit nach der Krise Eingang in ihre Planung finden. Auch wenn grundsätzliche Bereitschaft seitens der Bundesregierung besteht einen großen Teil der Risiken in Verbindung mit einer extensiven Kreditvergabe zu übernehmen, sollte die Risikotragfähigkeit stets im Blick gehalten werden.

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