Kapital & ICAAP

Die Sicherstellung einer ausreichenden Kapitalisierung ist ein, wenn nicht der, Kernaspekt der Bankenregulierung. Mit Basel III wurden die Kriterien für die Anerkennung von Instrumenten als Bestandteil der Eigenmittel für Zwecke der Mindestkapitalanforderungen umfangreich überarbeitet. Die Umsetzung in der Europäischen Union erfolgte durch die Eigenkapitalverordnung (CRR). Neben umfangreichen Anforderungen an die einzelnen Kapitalkomponenten sind dabei eine Vielzahl von Abzugsposten und Korrekturposten zu beachten.

 

Ergänzend zu den Anforderungen der CRR ist die Ermittlung des Kapitals als Basis für die Bestimmung der Risikotragfähigkeit im „Internal Capital Adequacy Assessment Process“ (ICAAP) von herausragender Bedeutung.

 

Von der Festlegung der passenden Kapitalstrategie über die Ausgestaltung Ihres Kapitalplanungsprozesses bis hin zu der korrekten Bestimmung Ihrer Kapitalbasis stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Kreditrisiken und Kreditprozesse

Die CRR sieht für die Unterlegung von Kreditrisiken mit dem Standardansatz (SA) und dem „Auf internen Einstufungen basierenden Ansatz“ (IRB-Ansatz) zwei Alternativen für die Berechnung der Eigenmittelanforderungen für Kreditrisiken vor. Sowohl der SA als auch der IRB-Ansatz werden dabei Gegenstand umfangreicher Überarbeitungen im Zuge von Basel IV sein. Dabei zeichnen sich insbesondere für IRB-Anwender nicht nur durch die Verschärfungen der gesetzlichen Vorgaben, sondern auch durch den „targeted review of internal models“ der EZB („TRIM“) in den nächsten Jahren erhebliche Veränderungen ab.

 

Darüber hinaus unterliegen die Kreditprozesse eines Instituts umfangreichen Anforderungen gemäß den MaRisk und für Zwecke der Wertberichtigungsbildung sind rechnungslegungsspezifische Vorgaben bei der Ausgestaltung der Prozesse zu beachten.

 

Wir helfen Ihnen gerne dabei Ihre Kreditprozesse so auszugestalten, dass diese sowohl den bankaufsichtlichen als auch den rechnungslegungsspezifischen Vorgaben entsprechen. Dabei stehen wir Ihnen im Rahmen von Vorstudien zur Beurteilung möglicher Auswirkungen auf Ihr Haus für Umsetzungsprojekte sowohl fachlich, IT-technisch als auch im Projektmanagement zur Seite.

 

Marktrisiken und Handelsprozesse

Unter dem Begriff der Marktrisiken wird aufsichtsrechtlich das Risiko finanzieller Verluste aufgrund der Änderungen von Marktpreisen von Aktien, zinstragenden Positionen, Währungen und Rohwaren verstanden. Insbesondere für Geschäfte im Handelsbuch sieht die CRR hier komplexe Verfahren zur Berechnung der Eigenmittelanforderungen vor. Aber auch im Anlagebuch sind Marktpreisrisiken zu unterlegen. Hier ist insbesondere die Unterlegung von Fremdwährungsrisiken und seit Anfang 2017 die Unterlegung des Zinsänderungsrisikos des Bankbuchs zu nennen. Die Überarbeitung der Berechnungsansätze für Marktrisiken („fundamental review of the trading book“) ist dabei ein zentraler Baustein des CRR II Entwurfs.

 

Eng verknüpft mit den Vorschriften zur Kapitalunterlegung der Säule I sind die Anforderungen der MaRisk an die Ausgestaltung der Risikomanagements für Marktpreisrisiken (BTR 2 MaRisk). Ferner sind regelmäßig die MaRisk-Anforderungen an Handelsgeschäfte (BTO 2 MaRisk) durch die Institute zu beachten.

 

Fragen Sie sich, welche Auswirkungen die geänderten Marktrisikoansätze des CRR II Entwurfs für Ihr Institut haben? Benötigen Sie Unterstützung bei der Optimierung Ihrer Handelsprozesse oder der Einführung neuer Produkte? Gerne stehen wir Ihnen sowohl als Sparringspartner für strategische Fragestellungen als auch für Auswirkungsanalysen und Umsetzungsprojekte zur Verfügung.

Liquidität und ILAAP

In Reaktion auf die Finanzkrise wurde mit der Einführung der Liquidity Coverage Ratio (LCR) eine einheitliche Messgröße zur Beurteilung der kurzfristigen Liquidität eines Instituts geschaffen. Die Bestimmung des Liquiditätspuffers sowie der Netto-Liquiditätsabflüsse nach der delegierten Verordnung (EU) 2015/61 und deren Anwendungsbereich auf Gruppenebene stellen im Vergleich zu nationalen Regelungen wie der Liquiditätskennzahl gemäß der LiqV einen deutlichen Komplexitätssprung dar. Die Umsetzung einer bindenden NSFR („Net stable funding ratio“) als Messgröße für die mittelfristige Liquidität durch die CRR II wird diese Komplexität weiter erhöhen.

 

Die Anforderungen der Säule I werden dabei durch den „Internal Liquidity Adequacy Assessment Process“ (ILAAP) im Risikomanagement komplettiert.

 

Fragen zur inhaltlichen Interpretation und Umsetzung zusätzlicher Regelungen, wie denen zu den „Additional Liquidity Monitoring Metrics“ (ALMM), zur organisatorischen Zuordnung von Tätigkeiten oder auch der technischen Bereitstellung relevanter Informationen an unterschiedliche Unternehmensbereiche – z.B. Treasury, Risikomanagement und das Meldewesen – stellen für viele Institute Herausforderungen dar. Gerne unterstützen wir Sie bei der Umsetzung dieser Regelungen mit unseren umfangreichen Erfahrungen aus LCR- Umsetzungsprojekten und der Prüfung des Liquiditäts-Risikomanagements.

Großkredite und Leverage Ratio

Die Mindestanforderungen an die Kapital- und Liquiditätsausstattung werden durch diverse weitere Kenngrößen flankiert. Hierzu gehören insbesondere die Großkreditobergrenzen und die Leverage Ratio. Während die Großkreditvorschriften dem Eingehen von Klumpenrisiken entgegenwirken, soll die risikoinsensitive Leverage Ratio Schwächen risikobasierter Eigenkapitalanforderungen ausgleichen (sog. Backstop-Funktion). Beide Kenngrößen werden durch die im Entwurf vorliegenden CRR II umfangreich überarbeitet.

 

Die Großkreditobergrenzen sind dabei bereits heute bindend, wohingegen die Leverage Ratio erst mit Umsetzung der CRR II - voraussichtlich ab 2019 - auf eine verpflichtende Mindestgröße von 3% festgelegt wird.

 

Die Einbindung der Großkreditvorschriften in die bestehenden Kreditprozesse der Institute, insbesondere mit Blick auf die Bildung von Gruppen verbundener Kunden, aber auch die Durchführung von Vorstudien und Umsetzungsprojekten zu den geänderten Vorgaben der CRR II im Großkredit und Leverage Ratio Umfeld sind Beispiele für unser breites Spektrum an Beratungsleistungen.

Anzeige- und Meldewesen

Die in der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 680/2014 zur Festlegung technischer Durchführungsstandards für die aufsichtlichen Meldungen der Institute gemäß der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 festgelegten Meldeanforderungen, auch bekannt unter COREP und FINREP, stellen die zentralen Meldewesenanforderungen an Kreditinstitute dar.

 

Es bestehen darüber hinaus jedoch noch eine Vielzahl weiterer internationaler als auch nationaler Meldepflichten. Beispielhaft seien hier AnaCredit, das Millionenkreditmeldewesen und die bankstatistischen Meldungen sowie das AWV-Meldewesen genannt.

 

Die Implementierung und Optimierung von Anzeige- und Meldewesenanforderungen, die laufende Qualitätssicherung und die Schulung in allen meldetechnischen Bereichen standen und stehen im Mittelpunkt einer Vielzahl unserer Beratungsprojekte. Gerne unterstützen wir Sie in allen Fragen rund um das Anzeige- und Meldewesen und stehen Ihnen gerne auch als Outsourcing-Partner zur Verfügung.

Offenlegung und Transparenz

Im Gleichschritt mit der Verschärfung der Kapital- und Liquiditätsanforderungen erfolgte auch eine Ausweitung der Offenlegungsanforderungen an Institute. So umfasst der Offenlegungsbericht eines Instituts inzwischen nicht mehr nur Angaben zu Kapital und Eigenmittelanforderungen, sondern es sind auch umfassende Ausführungen zur LCR, Leverage Ratio und der Asset Encumbrance vorzunehmen.

 

Weitere Initiativen des Baseler Ausschusses, der EBA und der europäischen Gesetzgeber werden zur Ausweitung der Offenlegungsanforderungen (z.B. um sog. „key risk metrics“) und auch der stärkeren Verknüpfung der offenzulegenden Informationen mit Angaben im Konzern- oder Einzelabschluss führen. So wird beispielsweise die zukünftig geforderte Überleitung der Konzernbilanz auf den aufsichtsrechtlichen Konsolidierungskreis und die Erläuterung der sich ergebenden Abweichung eine deutliche Ausweitung der Berichterstattung darstellen. Darüber hinaus zeichnet sich  eine Standardisierung (vgl. „EBA Guidelines on regulatory disclosure requirements“) der Darstellungsformen ab, was wiederum zu einer stärkeren Vergleichbarkeit führen soll.

 

Ergänzende Datenerhebungen der Aufsichtsbehörden wie beispielsweise das „Short-Term Exercise“ der EZB oder der „EU-wide Stress test“ der EBA stellen ebenfalls hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit und Konsistenz von Informationen.

 

Haben Sie Fragen zur fachlichen Umsetzung von Offenlegungsanforderung? Benötigen Sie einen Sparringspartner bei der Festlegung einer institutsindividuellen Offenlegungsstrategie? Oder brauchen Sie Unterstützung bei der Bearbeitung ergänzender Datenerhebungen? Gerne stehen wir Ihnen in diesen und anderen Fragen beratend zur Seite.

 

Ihr Ansprechpartner

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